DSIP (Delta-Schlaf-induzierendes Peptid)
DSIP ist ein kleines, 1977 entdecktes Peptid, das mit dem Tiefschlaf in Verbindung steht. Es wird als Mittel untersucht, das nicht gewaltsam einschläfert, sondern hilft, einen normalen Schlaf wiederherzustellen – außerdem beim Opioidentzug und bei chronischen Schmerzen.
Trp-Ala-Gly-Gly-Asp-Ala-Ser-Gly-Glu – 9 AS. ~849 Da. Entdeckt 1977 (Schoenenberger, Monnier). Eines der wenigen Schlafpeptide mit echten doppelblinden RCTs.
Schlafmodulator ohne sedierende Wirkung – normalisiert, statt zu unterdrücken. 4 doppelblinde RCTs am Menschen (1983-1998): ↑Tiefschlaf (Slow-Wave-Schlaf, Stadium IV), ↓Einschlaflatenz bei chronischer Insomnie. Entgiftung: 97% Linderung des Opioidentzugs (RCT). Chronische Schmerzen.
Der Rezeptor ist nicht identifiziert („DSIP: still unresolved riddle“, 2006). Bekannt ist: ↑GABAerge Übertragung → ↑Delta-Schlaf. ↓Cortisol-Stressreaktion (Normalisierung der HPA-Achse). ↑β-Endorphin → Analgesie. Kein Schlafmittel – eher ein Schlafnormalisierer.
In RCTs wurden IV 25 nmol/kg (~21 µg/kg) × 7 Nächte verwendet. In der Forschungspraxis sind 100-300 µg SC oder intranasal 30-60 min vor dem Schlafengehen über 10-14 Tage beschrieben.
Stufe B Beobachtungen am Menschen. Es gibt Studien am Menschen, die jedoch klein, ohne Kontrollgruppe oder Kohortenstudien sind. Die Daten sind ermutigend, bedürfen aber einer Bestätigung. 4 doppelblinde Studien am Menschen. Die beste klinische Evidenzbasis unter den Schlafpeptiden.
⚠️ Studien aus 1983-1998, kleine Stichproben (6-20 Personen). Rezeptor unbekannt. T½ ~7-15 min – schneller Abbau. Research only.
Forschungspeptide sind Laborreagenzien (Research Use Only). Sie sind keine Arzneimittel und nicht zur Anwendung am Menschen oder Tier bestimmt.