Oxytocin (Nasenspray)
Oxytocin ist ein körpereigenes Hormon des Gehirns, das als „Bindungshormon“ bezeichnet wird. Als Nasenspray wird es als Mittel untersucht, das Vertrauen und emotionale Nähe stärkt und soziale Ängstlichkeit verringert.
Cys-Tyr-Ile-Gln-Asn-Cys-Pro-Leu-Gly-NH₂ — Nonapeptid aus 9 AS mit Cys1-Cys6-Disulfidbrücke. Endogenes Neuropeptid des Hypothalamus. ~1007 Da.
„Bindungshormon“ – Modulator von Sozialverhalten, Vertrauen und emotionaler Nähe. Metaanalysen von RCTs bei ASS: 5 RCTs, n=486 (2023) und 12 RCTs, n=498 (2025). RCT bei neuropathischen Schmerzen (intrathekal). Wird eingesetzt zur ↑emotionalen Nähe, ↓sozialen Ängstlichkeit und Steigerung der intimen Empfindsamkeit in der Partnerschaft.
Aktiviert Oxytocinrezeptoren im limbischen System (Amygdala, Hypothalamus) → ↓Aktivität der Amygdala (↓Angst) → ↑Dopamin- und Serotoninbahnen → ↑Gefühl von Freude und Bindung. Schnelle Wirkung bei nasaler Gabe (5-20 Min.) über den olfaktorischen Weg zum limbischen System.
In Studien wurde Nasenspray mit 12–24 IE (2–4 Sprühstöße, 1 Sprühstoß ≈ 6 IE) 15–30 Min. vorher verwendet. Wirkdauer: 45–120 Min.
Stufe A Klinische Studien am Menschen. Es liegen randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) vor, oder die Substanz ist von einer Zulassungsbehörde zugelassen. Die zuverlässigste Stufe. 5+ RCTs. Metaanalysen. FDA-zugelassen für die Geburtshilfe (andere Indikationen off-label).
⚠️ Bei Adipositas (NEJM 2024): keine Gewichtsabnahme. Bei Autismus >5 Jahre: Gesamteffekt nicht signifikant. Je nach Indikation gemischte Datenlage. Wird nur bei medizinischer Indikation verordnet.
Forschungspeptide sind Laborreagenzien (Research Use Only). Sie sind keine Arzneimittel und nicht zur Anwendung am Menschen oder Tier bestimmt.